Mietschulden im Ausland eintreiben


Mietschulden: Schuldner ins Ausland verzogen – Mietschulden im Ausland eintreiben

Dass jemand alle Brücken abbricht und seinen Schulden adieu sagt, indem er ins Ausland zieht, kommt öfter vor als gedacht. Selbstverständlich bleiben da auch schnell einige tausend Euro an Mietschulden in Deutschland zurück. Nun ist guter Rat teuer und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn oft gibt es im Ausland eine völlig andere Rechtslage oder zumindest kulturelle Unterscheidungen. Wir gehen davon aus, dass bereits ein gerichtlicher Titel vorliegt. In diesem Fall hat die EU Erleichterungen zur Beitreibung von Forderungen innerhalb der EU geschaffen. Trotzdem gibt es hier weiter sehr große Unterschiede. Der Verfasser hat einige Zeit im EU-Staat Zypern gelebt; in Zypern gibt es zum Beispiel keine Möglichkeit einer Bonitätsprüfung und auch Inkasso ist nur sehr beschränkt möglich.


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Sehr oft scheitert bereits das Auffinden des Mietschuldners, denn einige Länder verfügen über keinerlei geregeltes Meldewesen. Ist der Schuldner aufgespürt, sind die Probleme aber trotzdem nicht gelöst. In der Schweiz zum Beispiel geht ohne einen Schweizer Anwalt gar nichts. So sind von Land zu Land oft ganz unterschiedliche Inkassostrategien zur Realisierung von Mietschulden erforderlich.

Die Unterschiede der Rechtssysteme werden immer größer, je weiter südlich der Staat des gewöhnlichen Aufenthalts des Mietschuldner liegt. Außerdem kommen sehr oft auch noch sprachliche Schwierigkeiten dazu, müssen die notwendigen Schritte doch in der Landessprache durchgeführt werden.

Am Anfang steht natürlich der nationale vollstreckbare Titel, der im Falle des Aufenthaltes in einem EU-Staat in einen europäischen Vollstreckungsbescheid umgewandelt werden muss. Damit kann man in allen EU-Ländern zwangsvollstrecken. Es ist hilfreich sich damit an ein im Vollstreckungsland ansässiges Inkassobüro zu wenden. Doch Vorsicht, die Inkassokosten sind ebenfalls nicht überall wie in Deutschland geregelt, in manchen Ländern muss die Inkassokosten der Gläubiger tragen. Und trotzdem kann der Vollstreckungsversuch eine längere Zeit in Anspruch nehmen und ein kompliziertes Unterfangen darstellen. Ganz schwierig kann es außerhalb der EU werden, besonders gilt dies in den nicht der EU angehörigen Staaten des Ostblocks oder in Übersee.


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Auch nicht einfacher wird es, wenn sich der ehemalige Mieter in die USA absetzt. Da es kein Abkommen zwischen der USA und Deutschland über zivilrechtliche Forderungen gibt, wird das Verfahren an die einzelnen zuständigen Bundesstaaten überwiesen. Hier wird der Vollstreckungsbescheid eigentlich anerkannt, allerdings kann es vorkommen, dass nochmals geprüft wird, ob das deutsche Gericht, das den Vollstreckungstitel erteilt hat, überhaupt zuständig war. Das amerikanische Gericht entscheidet dann, ob überhaupt in den USA vollstreckt werden darf; dieses Urteil gilt dann auch für alle Bundesstaaten. Dass dies alles sehr viel Zeit und eventuelle Kosten in Anspruch nimmt ist natürlich selbstredend. Man sollte also vorher rechnen und entscheiden, ob sich der Aufwand für ein Eintreiben von Mietschulden im Ausland auch wirklich lohnt.